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03.09.2021 bis 06.09.2021 | Konzertformat

prometheus dis.order


Prometheus formte, so der Mythos, die ersten Menschen: fehlerhafte Vorserienmodelle. Ludwig van Beethovens Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ illustriert diese ungelenken Gehversuche. Für BTHVN 2020 rückt die Tonhalle den Titan ins Zentrum und legt ihn auf die Couch. In einer spektakulären Inszenierung von Nick & Clemens Prokop (TYE Shows) wird der eigentliche Grund für das Scheitern offensichtlich. Und Beethovens Musik wird zu einer Achterbahnfahrt durch eine Welt in Unordnung.

Beethovens Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“ wurde 1801 mit großem Erfolg uraufgeführt – und fristet doch, obwohl damals 28 weitere Aufführungen folgten, bis heute ein Schattendasein. Lediglich die Ouvertüre ist in Konzerten regelmäßig zu hören. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Story ist undramatisch, die musikalische Dramaturgie kurzatmig und kaum tanzaffin. Bedauerlich ist indes, dass Beethovens regelrecht experimentelle Musik, die tief in die Werkstatt des Komponisten blicken lässt, so unbekannt geblieben ist. Und dass es Beethoven nicht gelungen ist, dem Prometheus-Mythos die szenisch-musikalische Kraft zuwachsen zu lassen, die dieser so starke Stoff verdient.

 

„prometheus dis.order“ stellt Beethovens Musik in einen komplett neuen Erfahrungsraum. Für die Inszenierung im kuppelförmigen Saal der Tonhalle entwickeln die Brüder Nick & Clemens Prokop eine Bühnenskulptur, die unterschiedliche Facetten von Licht kombiniert und kontrastiert: Eine Hightech-Kulissenvignette und eine Gazewolke sind Projektionsflächen, die von dynamischen 3D-Effekten bespielt werden.

 

Prometheus selbst wird von drei Tänzer*innen des Ballett am Rhein getanzt (Choreographie: Virginia Seggara Vidal). Sie verkörpern sein gespaltenes, zwischen Menschenliebe, Größenwahn und Destruktion changierendes Wesen. Mit minimalistischen Bewegungen unterbrechen sie die Motorik der kurzen Sätze der Ballettmusik und triggern zugleich die 3D-Effekte, die sich als dynamisch leuchtende Aura um sie legen.

 

Mit dem Tanz eng verbunden ist eine weitere Schicht der Inszenierung: Zwischen die Sätze werden gesprochene Texte und musikalische Interferenzen interpoliert, die als präzise Sound-Collagen Sinn auch dort erzeugen, wo die Satzfolge in der Partitur dramaturgisch unmotiviert erscheint. So tragen sie dazu bei, die Prometheus-Geschichte zusammen mit Beethoven aktuell und glaubwürdig zu erzählen.

Spielstätte

Tonhalle Düsseldorf
Ehrenhof 1
40479 Düsseldorf

Info zu Eintrittspreisen

€ 21 - € 47
Studierende 50% Rabatt
Schüler*innen € 7

Info zu Tickets

0211. 913 875 38
konzertkasse@tonhalle.de
www.tonhalle.de

Lageplan

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