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Dez
11.12.2020 bis 14.12.2020 | Konzertformat

Über Grenzen - Prometheus aus Licht


Die Tonhalle leuchtet: Prometheus, der streitbare Bringer des Feuers, schlägt im Kuppelbau am Rhein Funken und macht ihn zur Bühne seines zwiespältigen Treibens. Eine spektakuläre Lichtinszenierung katapultiert Beethovens Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ ins Heute. Im Zusammenspiel von Musik, Tanz und Licht geben die Düsseldorfer Symphoniker, drei Tänzer und die Medienkünstler Nick & Clemens Prokop (TYE Shows) dem alten Mythos ein neues Gewand. Kraftvoll, suchend – und brandaktuell.

Beethovens Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“ wurde 1801 mit großem Erfolg uraufgeführt – und fristet doch, obwohl damals 28 weitere Aufführungen folgten, bis heute ein Schattendasein. Lediglich die Ouvertüre ist in Konzerten regelmäßig zu hören. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Story ist undramatisch, die musikalische Dramaturgie kurzatmig und kaum tanzaffin. Bedauerlich ist indes, dass Beethovens regelrecht experimentelle Musik, die so tief in die Werkstatt des Komponisten blicken lässt, so unbekannt geblieben ist. Und dass es Beethoven nicht gelungen ist, dem Prometheus-Mythos die szenisch-musikalische Kraft zuwachsen zu lassen, die dieser so starke Stoff verdient.

„Über Grenzen – Prometheus aus Licht“ stellt Beethovens Musik in einen komplett neuen Erfahrungsraum. Für die Inszenierung im kuppelförmigen Saal der Tonhalle entwickeln die Medienkünstler von „Trust Your Ears“ eine Bühnenskulptur, die unterschiedliche Facetten von Licht kombiniert und kontrastiert: Eine Hightech-Kulissenvignette und eine Gazewolke sind Projektionsflächen, die von dynamischen 3D-Effekten bespielt werden. Leuchtend bewegte Wände, Funkenwürfe, Blitze und Lavaströme beleben den Raum und werden zu Allegorien von Prometheus‘ titanischem Tun und dessen Konsequenzen.

Prometheus selbst wird von drei Tänzern getanzt. Sie verkörpern sein gespaltenes, zwischen Menschenliebe, Größenwahn und Destruktion changierendes Wesen. Mit minimalistischen Bewegungen unterbrechen sie die Motorik der kurzen Sätze der Ballettmusik und triggern zugleich die 3D-Effekte, die sich als dynamisch leuchtende Aura um sie legen.

Mit dem Tanz eng verbunden ist eine weitere Schicht der Inszenierung: Zwischen die Sätze werden musikalische Interferenzen interpoliert, die als präzise Sound-Collagen Sinn auch an dort erzeugen, wo die Satzfolge in der Partitur dramaturgisch unmotiviert erscheint. So tragen sie dazu bei, die Prometheus-Geschichte zusammen mit Beethoven aktuell und glaubwürdig zu erzählen.

Spielstätte

Tonhalle Düsseldorf
Ehrenhof 1
40479 Düsseldorf

Info zu Eintrittspreisen

€ 21 - € 47
Studierende 50% Rabatt
Schüler*innen € 7

Info zu Tickets

0211. 913 875 38
konzertkasse@tonhalle.de
www.tonhalle.de

Lageplan

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