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Nov
27.11.2020 bis 22.12.2020

Vom Klang bewegt. Das Kino und Ludwig van Beethoven


Zuweilen rücksichtslos, aber meist die Dinge radikal auf den Kopf stellend: Das Kino entwirft eine ganz eigene Version vom Werk Ludwig van Beethovens.

Veranstalter

Ein Gedenkjahr im Zeichen Ludwig van Beethovens anlässlich seines 250. Geburtstags – was hat das Kino da zu suchen? War es nicht der Film, der sein Werk verramscht, die Mondscheinsonate und den Kopfsatz der 5. Sinfonie durch permanente Wiederholungen zugrunde gerichtet?

Spätestens seit dem 100. Todestag, zu dem ein aufwendiges Stummfilm-Biopic mit Fritz Kortner in der Hauptrolle entstand, scheinen Beethoven-Jubiläen ohne das Kino ebenso wenig auszukommen wie umgekehrt der Film seine zweifelhafte Beziehung mit Beethovens Musik abzuschütteln vermag.

Die filmhistorische Passage führt zu bekannten Autorenfilmen und vergessenen Kuriositäten, sie wechselt zwischen Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilm und berücksichtigt den nie so ganz ernst genommenen Konzertfilm. Die Filme wirken wie Interpretationen von Kompositionen, manche erinnern an das Diktum Samuel Fullers: „Beethoven zieht mich ins Imaginäre, durch sein Gespür für Timing.“ Der Filmregisseur wird zu einem Hörenden, der seine Eindrücke und Phantasien in Bewegungsbilder übersetzt.

Biopics stürzen sich mit Vorliebe auf die prominenten Stationen der Musikerbiografie: die Widmung an die rätselhafte „unsterbliche Geliebte“, die Beziehung mit Giulietta Guicciardi und Therese Brunsvik, die Taubheit, die gequälten Haushälterinnen, Beethovens erdrückende Liebe für seinen Neffen Karl …

Mit dem Erbe des Komponisten geht das Kino viel eigenständiger und radikaler um, als zuweilen die Literatur und die Musikwissenschaft. Statt vor Respekt zu erstarren, lassen sie sich von der Musik bewegen. Wir laden ein zu einem ganz neuen Staunen über den Kosmos Beethoven.

Die von Stephan Ahrens kuratierte Retrospektive ist ein Projekt im Rahmen von „Beethoven 2020“, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Begleitend zur Filmreihe erscheint im Bertz + Fischer Verlag der gleichnamige Sammelband Vom Klang bewegt.

Spielstätte

Zeughauskino
Unter den Linden 2
10117 Berlin

Info zu Eintrittspreisen

5 Euro

Lageplan

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